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Zeit haben und Zeit nutzen, sind zwei verschiedene Gaben. — Kurt Haberstich

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Diesmal war es ein Festbeitrag eines Vorstandsmitgliedes der RWE Power AG, der den Greenpeace Lügendetektor ausschlagen ließ.
In dem Vortrag teilte Matthias Hartung den anwesenden Bergingenieuren mit, dass der Klimawandel ja evtl. doch nicht menschengemacht sei und daher die vielen Investitionen in Alternativen reine Geldverschwendung darstellen könnten.
Immerhin gab die Pressestelle von RWE an, dass der Vortrag „nicht zu ernst nehmen“ sei, doch schließlich habe „niemand den hundertprozentigen Beweis“ für den Zusammenhang erbracht. (Was vermutlich erst geht, wenn man nach der Katastrophe die Zusammenhänge erforscht.)
Solange also, biss es nicht hundertprozentig klar ist, dass die RWE mit ihren Kohlekraftwerken einer der Hauptverursacher des Klimawandels aus deutscher Sicht ist, versucht man sich – wie so oft – in schönfärberei man will schließlich vorRWEggehen. – In die Klimahölle?

RWE ist Stammgast beim Klimalügendetektor des Greenpeace-Magazins. Diesmal mit dem Titel “RWE: Vorweg gehen im Schildkrötentempo”.
Gemeint ist die Kampagne der RWE, bei der die Firma sich durch den Neubau einer “Windfarm” als Retter der Galappagosinseln hinstellt.

Nur: Der Investitionsanteil der RWE zu dem Projekt liegt unter ferner liefen und erreicht nicht einmal 1,5% des jährlichen Werbebudgets, mit dem (unter anderem) auf dieses Projekt hingewiesen wird.
Unabhängig von der Anzeigenkampagne zeigt sich: RWE prahlt zwar mit ökologischen Vorteilen und versucht damit das Weglaufen der Kunden zu unabhängigen Ökostromanbietern zu verhindern. Tatsächlich bleibt es aber oft beim Prahlen – wirklicher Einsatz für nachhaltige Energie sieht anders aus!

Wie das Greenpeace-Magazin berichtet blamieren sich Daimler und die als Greenwasher allseits bekannte RWE diesmal gemeinsam mit einer Klimalüge.

Das Projekt “e-mobility Berlin”, das beide Firmen als “klimafreundlich” und “Beitrag zum Umweltschutz” anpreisen geht, nach Berechnungen von Greenpeace, nach hinten los. Verbraucht ein derzeitiger smart-Diesel bereits 88 Gramm CO2 je Kilometer, sind es – beim Strommix von RWE von 2007 – stolze 113 Gramm!

Folge: Wer umweltfreundlich mit einem Elektroauto fahren will und nicht nur eine Verlagerung der Emissionen anstrebt, sollte zu Ökostrom greifen!

Gleich dreimal schafft es EON auf die Seite des Klimalügendetektors und liegt damit gleichauf mit RWE vor dem Drittplatzierten Vattenfall (1):

Fall 1: Kraftwerk Staudinger – die Klima-Mogelpackung
Eon bewirbt seine neuen Kohlekraftwerke als “Sprung nach vorn: Unsere Energie der nächsten Generation”. Tatsächlich produziert EON damit mehr CO² am geplanten Standort.

Fall 2: WasserKraft: Alter Strom in neuen Schläuchen
Viele umweltbewusste Verbraucher sind bereit mehr für umweltfreundlich erzeugten Strom zu zahlen. Dass wissen auch die großen Energieerzeuger. EON versucht diese Kenntnisse geschickt zu Kapital zu machen. Mit dem ohnehin produziertem Strom aus Wasserkraft wirbt man um diese Klientel – mit einem Preis der knapp unter dem der anderen Ökostromanbieter liegt. Und wo ist der Haken?
Ganz einfach: Im Gegensatz zu anderen Ökostromanbietern ändert sich beim Angebot von EON nichts an der Stromproduktion. Lediglich die Verteilung wird anders geregelt. Während die Wasserkraftkunden in Zukunft zu 100% aus (bereits vorhandener) Wasserkraft beliefert werden, erhalten die anderen einfach ein bisschen mehr Kohle- und Atomstrom. Zu einer Wende auf dem Energiemarkt trägt dieses Angebot auf jeden Fall nicht bei.

Fall 3: Lügen bis das Imaga stimmt
In einer Anzeigenkampagne wirbt EON für seinen Strom aus einem (geplanten) Gezeitenkraftwerk. Problem: Es liegt keine Baugenehmigung vor, die behauptete Einzigartigkeit der Anlage ist nicht gegeben und die Werbekampagne für das Greenwashing ist teurer als die Investitionen ins Kraftwerk…

Fazit: Wenn auch in der ein oder anderen Zeitung gelegentlich (größere oder kleinere) Enten auftauchen – die Anzeigenkampagnen der Energiekonzerne stellen so einiges in den Schatten.

Wie die Zeit berichtet, will RWE durch einen längerfristigen Wartungsintervall den Abschalttermin für Biblis A um 4 Monate verschieben, so dass dieser erst nach der Bundestagswahl in 2009 liegt.
Der Konzern hofft auf ein atomstromfreundliches Regierungsbündnis (CDU / FDP) und damit einen “Ausstieg aus dem Ausstieg”, der es ihm ermöglicht den Meiler weiterzubetreiben. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser Traum nicht in Erfüllung geht. Es bleibt dabei aber zu befürchten, dass die Atomlobbyisten durch geziehlte Desinformationen die Bevölkerung animieren werden das o.g. Bündniss zu wählen. Argumente dürften dabei der Klimawandel und der angebliche Kostenvorteil des Atomstroms sein.