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Meine Aufgabe ist es meine Hoffnungen zu lehren, sich den Tatsachen anzupassen, und nicht, die Tatsachen dazu zu zwingen, mit meinen Hoffnungen übereinzustimmen. — Thomas Huxley

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Fahren Sie oft mit dem Zug? Dann werden Sie sicherlich beim Einsteigen auf die Reservierungsanzeige achten, um nicht in die Verlegenheit zu kommen am nächsten Bahnhof den Platz freigeben zu müssen. In Hamburg ist das dann besonders herausfordernd, da neben dem Sehvermögen auch Ihre hellseherischen Fähigkeiten gefragt sind. Denn obwohl es in Hamburg vier Stationen im Fernverkehr gibt (HH-Harburg, HH-Hauptbahnhof, HH-Dammtor und HH-Altona), wird jeweils nur Hamburg als Reservierungsort angezeigt.

Bei Zügen die in Hamburg enden ist das zwar kein Problem. Bei allen anderen kommt es immer wieder dazu, dass einzelne Fahrgäste die von Ihnen in Anspruch genommenen Plätze räumen müssen, weil doch noch jemand mit der Reservierung kommt. Fährt man mit dem ICE in Richtung Süden, ist dieser oft so voll, dass sich nur noch Plätze mit Reservierung finden. Im Hauptbahnhof setzen sich dann die Fahrgäste auf die ab “Hamburg” reservierten Plätze, da ja bislang der Platzinhaber nicht gekommen ist. Das böse Erwachen kommt dann meist in Hamburg-Harburg, wenn der Platzinhaber zusteigt.

In der Gegenrichtung sind dann Züge betroffen, die nicht in Hamburg enden (Binz, Kiel und Westerland). Hier wird der Fahrgast, der z.B. in Kassel-Wilhelmshöhe einsteigt und bis Hamburg-Hauptbahnhof reisen möchte, sich auf einen Platz mit Reservierung ab “Hamburg” setzen. Irritiert guckt er dann die Reisenden in Hamburg-Harburg an, die den Platz mit Ihrer Reservierung einfordern.

Bis zu diesem Punkt der Beschreibung mag man noch von Einzelschicksalen und verzeihbaren Problemen sprechen. Kurios wird es jedoch, wenn das gleiche Schicksal eine Familie trifft, die eine Reservierung bis “Hamburg” hat und bis zum Hamburger Hauptbahnhof fahren wollte. Da kommen dann die nächsten Reisenden und verlangen bereits in Hamburg-Harburg den Platz. Sie haben ja schließlich ab “Hamburg” reserviert.

Die Deutsche Bahn AG sollte in diesem Fall von der Konkurrenz lernen, denn die – hier: metronom Eisenbahngesellschaft mbH – schafft es im Reservierungssystem die Hamburger Bahnhöfe voneinander zu unterscheiden. Schade nur, das dort die Stammplatzreservierungen seit dem letzten Fahrplanwechsel gar nicht mehr möglich sind. Ob es dann ab Dezember wieder klappt?

Nachdem die GDL bereits vom 20. bis zum 26. Juni spontan beim metronom gestreikt hatte, weil die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt wurden, hat nun bereits am 1. Juli der nächste unbefristete Streik begonnen. Wie die Allgemeine Zeitung aus Uelzen berichtet ist es damit schon der zehnte Streik beim metronom in diesem Jahr und nennt folgende Streikgründe:

Derweil wachsen unter der Belegschaft des Metronom die Zukunftssorgen. Ein katastrophales Streikmanagement und Qualitätsverluste in den vergangenen Monaten könnten Indizien dafür sein, dass die Gesellschafter den Metronom zerschlagen wollen.

Als Fahrgast kann man diese Qualitätsverluste selbst beobachten: Seit dem Wechsel der Geschäftsführung im letzten Jahr scheinen die Reinigungen der Züge seltener geworden zu sein.

Der Blogger rycon schreibt zu den von der GDL aufgeführten Gründen des Streiks:

Das gut-zahlende Unternehmen lässt Tarifverhandlungen scheitern, weil die Gesellschafter das eigene, erfolgreiche Unternehmen an die Wand fahren wollen.
Diese Behauptung wirkt nicht nur erstaunlich paradox und konstruiert, es duftet geradezu nach einer obskuren Verschwörungstheorie. Was das für eine ominöse Ausschreibung gewesen sein soll, auf die sich der metronom angeblich nicht bewarb (was im Übrigen Hunderte Gründe haben kann), geht aus der Mitteilung nicht hervor.

So ganz unklar ist jedoch nicht, um welche Strecke sich der metronom nicht beworben hat. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist die von der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen ausgeschriebene und an die OHE, an der Netinera (über die Netinera Bachstein GmbH) zu 85% beteiligt ist, vergebene (Pressemitteilung als PDF) “Heide-Kreuz”-Strecke gemeint. Statt über die Beteiligung metronom wird nun die neue Tochtergesellschaft Heidekreuzbahn die Strecke betreiben.

Warum das der GDL sauer aufstößt ist klar, denn neben der Niedersachsenbahn (69,9%), eine 60%-ige Beteiligung der OHE, ist auch die BeNex GmbH (25,1%) maßgeblicher Gesellschafter beim metronom. Benex und Netinera (über die Prignitzer Eisenbahn GmbH) sind jedoch auch Gesellschafter der Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG), die, wie von Rycon beschrieben, einen Tarif unterhalb des Niveaus des metronom bietet. Die Gewerkschaft befürchtet daher scheinbar, dass die Gesellschafter über andere Tochtergesellschaften die bisherigen metronom-Strecken übernehmen könnten und dann eine schlechtere Bezahlung erfolgt. Da sich der metronom gegen entsprechende, von den Lokführern geforderte, Schutzklauseln im Branchentarifvertrag wehrt, scheint die Streikbereitschaft der Lokführer, trotz der bisher überdurchschnittlichen Vergütung, ungebrochen.

Ein Ende des Streiks ist leider ungewiss. Mit dem Gesellschafterwechsel bei den Eignern der OHE (wir berichteten) hat diese Befürchtung eher weniger zu tun, da diese Strukturen bereits vor dem Verkauf von Netinera (früher Arriva Deutschland GmbH), im Rahmen des Erwerbs der Arriva-Gruppe durch die Deutsche Bahn AG, an Trenitalia und den französisch-luxemburgischen Finanzinvestor Cube Infrastructure bestanden.

Und hier ein neuer Protest der Woche: .ausgestrahlt ruft alle Hamburger (und warum nicht auch Berliner und andere) auf, den Atomkonzernen und insbesondere Vattenfall Tschüß zu sagen.

Hintergrund der neuerlichen Kampagne, die neben der allgemeinen Kampagne atomausstieg-selber-machen.de nun speziell Vattenfall-Kunden anspricht, ist das geplante Wiederanfahren des Skandalreaktors Krümmel (taz). Denn “wer das AKW Krümmel einschaltet, verliert Stromkunden”, so hofft die Kampagne.

Bleibt zu hoffen, dass die neue Kampagne genauso erfolgreich wird, die diejenige nach dem Trafobrand im Jahr 2007. Vattenfall verlor damals nach eigenen Angaben 200.000 Kunden.

Hier ein Kinospot zur Aktion:

Kohlekraftwerke sind Klimakiller, dennoch versuchen die großen Energiekonzerne diese als notwendig und teilweise sogar umweltfreundlich darzustellen. So auch Vattenfall beim Projekt Moorburg (siehe PDF-Broschüre).
Während also Vattenfall für sein Kohlekraftwerk mit einem Wirkungsgrad von maximal 61% mit dem markigen Spruch: “Ab 2012 spart unser neues Kraftwerk Moorburg rund 2.300.000 Tonnen CO2 pro Jahr ein.” wirbt, werden bei kleinen Erdgas-Blockheizkraftwerken Wirkungsgrade von ca. 95% erzielt. Wer also auf die von Vattenfall favorisierte Großtechnologie in Kohle setzt, spart keinesfalls CO2 ein, sondern schleudert mit 8.500.000 Tonnen CO2 im Jahr noch mehr davon in die Luft! Und damit nicht genug: Dazu kommen noch 6.000 Tonnen Stickoxide, die den Hamburgern einen Strich durch das Erreichen der ab 2010 geltenden Grenzwerte verunmöglichen wird.

Der BUND betreibt eine Kampagne, um Hamburgs Grüne – allen voran deren Umweltsenatorin Hajduk – aufzufordern, wie vor dem eingehen der Koalition mit der CDU geplant weiter gegen das Kohlekraftwerk zu kämpfen. Hier mitmachen und den Protest der Woche zum Erfolg verhelfen!