Kategorien

Sprichwort

Wahrhaftigkeit und Politik wohnen selten unter einem Dach. — Marie Antoinette

Themen

Letzte Artikel

StatPress

Visits today: 4

Letzte Kommentare

Meta

tagged with: externe Kosten

Nach Angaben der Verkehrsrundschau hat Hunold am Freitag letzter Woche einen Brief an Ex-Bundespräsident Köhler übermittelt, um sich über dessen Aussagen zur Kostenwahrheit zu beschwerden. Nach Ansicht Hunolds, Chef der Fluggesellschaft Air Berlin, trage der Luftverkehr bereits alle seine Kosten selbst.

Kommentar
Komisch, denn die Fluggesellschaften kommen nicht nur ohne Kerosinsteuer aus. Auch sind viele (Regional-)Flughäfen verlustreich und werden nur durch Subventionen der öffentlichen Hand am Leben erhalten.
Dazu kommen Umsatzsteuerbefreiung für Flüge außerhalb Deutschlands, Grundsteuerbefreiung für die Flughäfen…

Wo da die Kostenwahrheit sein soll ist fraglich. Denn jeder Zugkilometer in Deutschland kostet Streckenpreise, die an den Netzbetreiber abgeliefert werden müssen.

Das ist wieder einmal typisch: Nachdem die Atomlobby einerseits den Vorwurf erhebt, Solarstrom sei zu teuer, wollen die Betreiber der Atomkraftwerke sich nicht an den durch ihre Stromproduktion entstandenen Folgekosten beteiligen.
Unnötig zu erwähnen, dass Atomkraftwerke nicht ausreichend haftpflichtversichert sind – das ist schließlich ein alter Hut! Doch auch an den Lagerkosten der radioaktiven Abfälle der Kraftwerke möchten sich die Betreiber nicht beteiligen, wie das Greenpeace-Magazin berichtet.
Während die Betreiber beteuern einer Beteiligung nicht zuzustimmen, weil nur 20% des Abfalls überhaupt von Ihnen stammen, hat Greenpeace in einer Studie festgestellt, dass es sich statt dessen um 70% der Abfälle handelt.
Wenn man jetzt noch bedenkt, dass auch die Forschungsausgaben, die der Staat für Atomkraft getätigt hat, den Kraftwerksbetreibern indirekt zugute kamen, kommt man wahrscheinlich auf annähernd 100% der Abfälle.

Und was nützt uns diese Erkenntnis? Wie wäre es mit einem Ausschalten der Atomkraftwerke: Beziehen Sie erneuerbaren Strom oder besser noch – produzieren Sie ihn selbst. Das geht schon mit kleinen Beträgen, z. B. ab 300 € bei www.justa-tero.org im Internetarchiv.

greenpeace hat ein Gesetz zum Austieg aus der Kohleverstromung vorgelegt. Demnach soll bis zum Jahr 2040 der Ausstieg aus der Erzeugung von Kohlestrom erfolgen. Durch die Regelung soll den Stromkonzernen bewusst gemacht werden, wie schädlich Kohlekraftwerke sind. Darüber hinaus werden Investitionen in solche Kraftwerke sich in den nächsten Jahren immer weniger lohnen, da die Laufzeiten immer kürzer werden.
Ein guter Schritt in die richtige Richtung wäre also die Umsetzung dieses Gesetzes. Eine andere Alternative wäre die stärkere Besteuerung aller externen Kosten bei der Stromerzeugung (Klimawandel durch CO2 und Abwärme, Strahlenbelastung, Schadstoffe, Erwärmung der Flüsse mit Kühlwasser usw.), denn dadurch wären die regenerativen Energien sofort wettbewerbsfähig.

Während die Forderungen von Politk und Umweltverbänden nach nachhaltigen Verhaltensänderungen größtenteils ungehört blieben, führte der Anstieg der Kraftstoffpreise zumindest zum Teil zu ökologisch sinnvollen Verhaltensänderungen. Wie Franz Alt berichtet hat das Statistische Bundesamt für das erste Halbjahr 2008 einen Rückgang von Neuwagenkäufen um 10 % und steigende Fahrgastzahlen im Fernverkehr von 2,9 % ermittelt. Auch im Nahverkehr sieg die ÖPNV-Nutzung an, allerdings nur um 0,9 %.
Mit Vernunft allein scheint also kein Weg aus dem zukunftsschädigendem Verhalten der Menschen machbar zu sein. Das Portemonnaie muss daher den Weg zu sinnvollen Entscheidungen leiten. Die einzige Möglichkeit dazu: Im Preis der Produkte müssen alle externen Kosten enthalten sein, so dass nicht die Gesellschaft die Lasten unökonomischen Verhaltens tragen muss!

Allen Atomlobbyisten zum Trotz haben Greenpeace und NABU berichtet, was Atomkraft den Steuerzahler kostet.

Wie das Greenpeace-Magazin berichtet hat die Bundesregierung die Kosten der Atomkraft auf eine kleine Anfrage der Linkspartei bekanntgegeben. Seit 1974 beliefen sich die Kosten daher auf:

  • 6,25 Mrd. € für Kerntechnische Forschung
  • 10,25 Mrd. € für die Suche und Sanierung von Atomendlagern
  • 3,5 Mrd. € (in den kommenden Jahren) für Abwicklung des Reaktors Greifswald, Rückbau der Versuchswiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe sowie die Schließung der Atomlager Morsleben und Asse
  • 5 Mrd. € (zzgl. 1,3 Mrd. € in den kommenden Jahren) für die Schließung des Uranabbaugebietes Wismut

In den genannten Kosten ist die über tausende von Jahren notwendige Bewachung und Sanierung der Atommülllager noch nicht einmal enthalten. Daher ist noch von wesentlich höheren Kosten auszugehen.

Wie Franz Alt berichtet, fordert der NABU eine Gefahrenzulage auf die Atomstromproduktion, damit die Atomkonzerne endlich die tatsächlichen Kosten der Energieform tragen müssen. Dabei geht es vor allem um eine Vergütung der staatlichen Übernahme des Haftpflichtrisikos. Darüber hinaus fordert der NABU die Rückstellungen der Atomkraftwerksbetreiber, die diese zum Großteil für Übernahmen anderer Unternehmen verwandt haben, endlich in die staatliche Hand zu überführen.

Wollen Sie weiterhin das Risiko für einen Atomunfall tragen?
Wollen Sie erneuerbare Energien benachteiligen?
Wollen Sie längere Laufzeiten oder gar neue Atommeiler?
Nein? Dann sollten Sie bei unserem Protest der Woche mitmachen.

Die Forderung nach einer Atomhaftpflicht für alle Atomkraftwerke kann die drei oben genannten Probleme lösen!

Jetzt online unterschreiben!

Noch mehr Informationen gefällig:

  • Risiko für einen GAU im deutschen Atomkraftwerkspark innerhalb einer 30-jährigen Betriebszeit: 2 %
  • Fläche dauerhafter Evakuierung: 10 000 km²
  • Schadenshöhe eines Super-GAU in Deutschland: 2500 bis 5500 Milliarden Euro für Gesundheits-, Sach- und Vermögensschäden (Das ist das 10- bis 20-fache des jährlichen Bundeshaushaltes.)
  • Höhe der bisherigen Haftpflicht: 2,5 Milliarden Euro (Nur für einen Teil dieser Deckungsvorsorge müssen die Betreiber tatsächlich eine Haftpflichtversicherung nachweisen. – Dieser Betrag deckt weniger als 0,1% der möglichen Schäden!)

Mit Ihrer Unterschrift können Sie dazu beitragen, die Allgemeinheit von den externen Kosten der Atomkraft zu entlasten, die diese an Stelle der privatwirtschaftlich organisieren Atomstrombetreiber trägt.

Im Interview mit tagesschau.de gibt Ernst von Weizsäcker an, dass Energie immer noch viel zu billig ist. Und das obwohl schon heute Verbraucher und Industrie über die hohen Preise jammern.
Das Problem: Mit dem Preis an der Tankstelle sind die externen Kosten der Energie nicht abgedeckt, sondern lediglich Produktion, Vertrieb und Spekulation berücksichtigt. Die Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit zahlt nicht der Verursacher an der Tankstelle.