Die richtige Zeit für Steuersenkungen?
written by Deutschland-Portal on Sep 11, 2011
Trotz Schuldenbremse u/nd Haushaltsdefizit – sowohl in 2011 als auch 2012 – sehen die Koalitionäre die Zeit für Steuersenkungen nahen. Wie kommt das?
Es scheint so, als ob CDU, CSU und insbesondere die FDP glauben, dass sie dem Wähler weitere Steuersenkungen schuldig sind. Da die Parteien schon an die fehlende Mehrheit bei der nächsten Bundestagswahl denken, hoffen sie dadurch ihr Wahlergebnis zu steigern. Angesichts der momentanen Werte der FDP eine reine Verzweiflungstat. Diese droht daher inzwischen auch unverholen mit dem Bruch der Koalition, sollte es nicht zu einer Steuersenkung kommen. Wie RP-Online berichtet sieht sie den Hauptgrund für den Vertrauensverlust beim Wähler in der noch nicht erfolgten Umsetzung dieses Wahlversprechens.
Die CSU möchte nach Auskunft des bayerischen Staatsministers der Finanzen, Georg Fahrenschon, gegenüber dem Steuerberatermagazin (09/2011 – S. 18 ff.) insbesondere die “kalte Progression” abschaffen. Damit sollen die Lohnsteigerungen auf Grund der Inflation nicht länger zu höheren Steuern führen. Ist das logisch?
Nein, denn auch dem Staat entstehen durch die Inflation jährlich steigende Haushalte. Ein Einsparpotential in gleicher Höhe dürfte nicht jedes Jahr gefunden werden können. Folglich ist die Abschaffung der sogenannten kalten Progression auf Dauer nicht finanzierbar, da es sich – anders als von schwarz-gelb meist Behauptet – um eine ganz normale Steuersenkung handelt.
Bei dieser Form der Steuersenkung wird direkt am Steuertarif eine Änderung vorgenommen. Wenn die Entlastung bei jedem einzelnen Bürger auch nur wenige Cent pro Monat ausmacht – bezogen auf die gesamte Bevölkerung summiert sich das zu einem echten Haushaltsloch…
Wie ist der Zeitplan der Koalition?
Nach Auskunft des CSU-Staatsministers soll Anfang des nächsten Jahres ein Regierungsentwurf vorliegen, der im Sommer 2012 verabschiedet wird und ab 1.1.2013 in Kraft tritt. Ob dieser Plan angesichts der Uneinigkeit in der Koalition und der Mehrheit der Oppositionsparteien im Bundesrat umgesetzt werden kann ist mehr als fraglich. Eventuell erleben wir damit das nächste Desaster der schwarz-gelben Regierung, die über das Thema sowieso völlig zerstritten scheint. Vielleicht scheitert es auch ein dem ein oder anderen Ministerpräsidenten der Regierungsparteien, der gerade nicht die nächste Wahl, sondern die Zukunftsfähigkeit seines Bundeslandes im Blick hat.