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Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden. — Hermann Hesse

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Februar 2010


Nachdem wir “Senk ju vor träwelling” bereits als Bahn-Satire empfohlen haben, nun ein top-recherchiertes “Schwarzbuch Deutsche Bahn”. Hierbei geht es eben nicht um die (fiktiven) Leiden des einzelnen Fahrgastes, sondern um die Hintergründe für die immer stärker werdenden Probleme der Bahn.
Nach dem lesen ist man sich sicher, dass der eigene Eindrück, die Bahn spare sich zu Lasten der Fahrgäste für den Börsengang zurecht, nicht ganz falsch sein kann.
Für alle die die Schuld nicht länger beim Zugbegleiter oder Lokführer suchen wollen:

Seit Januar blamiert sich die Regierungskoalition aus CDU und FDP in der Presse bereits wegen fragwürdiger Unternehmensspenden im Zusammenhang mit der Senkung der Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen. Doch nun schlägt auch in der Fachpresse die Stimmung um.
Der Grund dafür: Immer mehr Mitarbeiter geben die Reisekostenabrechnungen für den Januar ab – und siehe da: Der Frühstückspreis ist gesondert ausgewiesen und so grundsätzlich als Sachbezugswert der Versteuerung unterworfen.
Wie die Steuerfachschule Endriss in einem Beitrag bemängelt, hat der Gesetzgeber “statt der in den „Sonntagsreden“ angekündigten Steuervereinfachung … erneut kurzsichtig gedachte Klientelpolitik durchgesetzt, die sicherlich auch die Gerichte beschäftigen wird.”
Mit Spannung wird nun ein vom Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) angemahntes Schreiben des Bundesfinanzministeriums erwartet. Solange wird wohl, wie der Tagesspiegel schreibt das “Müsli ein Politikum” bleiben.
Das die Politiker durch ihre Klientelentscheidungen dem Steuerrecht insgesamt schaden, hat schon der Steuerrechtler Prof. Dr. Klaus Tipke 1989 im Vorwort seiner 12. Auflage des Buches “Steuerrecht” geschrieben: “Steuerrechtswissenschaft darf es nicht hinnehmen, dass der Inhalt der Steuergesetze kurzfristig nur an der nächsten Wahl orientiert wird. Politischer Opportunismus braucht rechtliche Gegengewichte, soll das Recht nicht etisch verkrüppeln.”

Mehr als 333.000 € Schaden sind über 850 Kunden des Onlineshops GermanOffice.net von Thomas Körfgen entstanden, als dieser Insolvenz angemeldet hat. Dies geht aus einer Aufstellung der Online-Opferliste* hervor.
Die Masche war denkbar einfach: GermanOffice ist durch besonders günstige Angebote bei Preisvergleichsportalen aufgefallen. Gut, es wurde Vorkasse verlangt. Aber wer denkt bei einem Onlineshop heutzutage noch an Betrug?
Leider wurden viele Lieferungen nicht ausgeführt und die Kunden vertröstet. Nun findet man sich vor einer Insolvenz wieder. Bleibt also abzuwarten, wo das Geld hin ist.

* Der Link zur Opferliste wurde von uns gelöscht, da dort derzeit nur eine Werbeseite auftaucht…