written by Deutschland-Portal on
Apr 09, 2009
Wie wir bereits am 11. Oktober 2008 und 21. November 2008 berichteten, wurde über die deutsche Niederlassung (Kauphting Edge) der islandischen Kaupthing Bank wurde am 09. Oktober 2008 ein Zahlungsmoratorium durch die deutsche Finanzaufsicht über die Kauthing Edge verhängt.
Auch in anderen europäischen Staaten, in denen die Bank aktiv war, kam es zu ähnlichen Schritten. Dort hatten jedoch die Anleger einen entscheidenden Vorteil: Die Staaten (z. B. Österreich und Finnland) sorgten durch Staatskredite an Island dafür, dass die privaten Anleger ausgezahlt werden konnten. Auf eine Vergleichbare Lösung wartet man in Deutschland leider noch vergeblich. Ein entsprechender Aufruf des Verbraucherzentralen Bundesverbandes verpuffte ungehört.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) verweit in Ihrem FAQ an das Bundesfinanzministerium und zurück. Viel neues erfährt man dort nicht. Immerhin soll die Bank - vermutlich bis Ende April - eine erste Tranche von 80% der Anlegergelder zurückzahlen und plane wohl eine Auszahlung von 100%. Bis wann diese Summen tatsächlich ausgezahlt werden steht noch in den Sternen. Die Seite der BAFin deutet auf gegenseitige Schuldzuweisungen zwischen der deutschen Seite, Kaupthing und der isländischen Regierung hin.
Auch die “letzten Nachrichten” der Kaupthing Edge, stammt die letzte Nachricht nunmehr vom 12. März 2009 und zeigt immerhin ein Gefühl des bedauerns für die “harte Geduldsprobe” auf die man seine Kunden gestellt hat. Allerdings können die Kunden nicht damit rechnen Antwortschreiben von der Bank oder der isländischen Einlagensicherung zu erhalten. Man schreibt dort von Plänen zur Auszahlung, die wegen ihrer Kompliziertheit (und der dummen Presse?) nicht veröffentlicht werden. Und gibt zu bedenken, dass die Kunden “mit welcher Maßnahme auch immer, den Vorgang der Rückzahlung nicht beschleunigen können.”
Zwischenzeitlich versuchen einzelne Geschädigte, die sich in einem Forum zusammengeschlossen haben durch Kontakte zu Ministern und Bundestagsabgeordneten versucht auf der politischen Ebene Hilfe zu erhalten. Die Berichte über Gespräche unter anderem mit Finanzminister Steinbrück zeigen aktuell und Hautnah die Lage. Von deutscher Seite scheint bereits einiges unternommen worden zu sein, um die Auszahlung durch Darlehen zu ermöglichen, diese wurden bisher jedoch nicht angenommen.
Vorerst bleibt den Geschädigten daher wohl nur die Devise “abwarten und Tee trinken” übrig.